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Kirchensanierung 


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Bericht des Architekten

 

Baugeschichte

 Seit der Einweihung der Kirche Maria Himmelfahrt im Jahre 1676 sind diverse Erneuerungen und Renovationen im Innern und Äussern erfolgt. Die augen-fälligste war wohl 1757 – 1760, als der ursprünglich schlichte, flachgedeckte Saalbau durch eine opulente Decken- und Wandbemalung mit umfangreichen Stuckarbeiten im Rokokostil erneuert wurde.

 

Umfangreiche Renovationsarbeiten folgten in den 60er Jahren. 1961 wurde der ursprünglich hölzerne Glockenstuhl durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. 2 Jahre später folgte eine umfassende Innenrenovation, bei welcher der Kirchenboden mit einer Betonbodenplatte zum Erdreich abgedichtet wurde. Die Holz-konstruktion der Kirchendecke musste mit umfangreichen Verstärkungen aus Stahl stabilisiert werden. In jüngerer Zeit sind zwei Innenreinigungen, die Einweihung der neuen Orgel (2007) sowie die Erneuerung der neuen liturgischen Ausstattung (2015) dokumentiert.

 

Bauuntersuchung

Trotz stetigen, kleineren Unterhaltsarbeiten wurden umfangreiche Schäden im Innern und Äussern festgestellt. Im 2018 wurden diese Schäden genauer unter-sucht und in verschiedene Themenbereiche gegliedert:

 

- statische Risse in der Fassade

 - Massiv verwitterte Holz-Schindelbekleidung am Turmschaft

 - Umfangreiche Verschmutzung des Innenraumes

 - Mangelhafte Gewölbe-Dämmung

 - Veraltetes Heiz- und Beleuchtungssystem

 

Für eine langfristige Behebung dieser Schäden muss der Lösungsansatz gesamtheitlich erfolgen, dies auch im Wissen, dass die letzte grosse Renovation vor über 50 Jahre gemacht wurde.

  

Bauliche Massnahmen

 Die anstehende Restaurierung soll die festgestellten Schäden nachhaltig lösen und dies eingebettet in einer Gesamtrestaurierung.

 

Statische Risse in der Fassade

 Die hauptsächliche Ursache liegt im firstmittig platzierten Glockenstuhl, welcher die Schwingungskräfte der Glocken auf den darunterliegenden Dachstuhl und Aussenwände ableiten muss. Durch den Einbau von gekröpften Glockenjochen und einem Optimieren der Auflager werden die dynamischen Kräfte reduziert und besser gedämpft, so dass die statische Belastung auf die Aussenwände deutlich reduziert werden. Die anschliessende Riss- und Fassadensanierung behebt die sichtbaren Fassadenschäden. 

 

Massive Verwitterung der Holz-Schindelbekleidung am Turmschaft

Die heutige Holzschindelbekleidung wurde 1974 montiert. Besichtigungen ab Hebebühne haben aufgezeigt, dass je nach Exposition die ursprünglich 4-5 fache Schindelüberdeckung zum Teil bis auf eine Lage reduziert ist. Diese Schindel-bekleidung muss erneuert werden, da ein weiterer Zerfall die Dichtigkeit des Turms beeinträchtigt und Folgeschäden für den ganzen Dachstuhl und Kirchen-decke hätte. Gleichzeitig zur neuen Schindelbekleidung werden die stark verwitterten Zifferblätter und die zum Teil morschen Schalljalousien instand gestellt.

  

Umfangreiche Verschmutzung des Innenraumes

 Die Wand- und Decken-Flächen sowie die Deckenbilder und Stuckaturen werden gereinigt. Risse und Hohlstellen im Gipsgewölbe müssen gefestigt und ver-schlossen werden. Für diese aufwändigen Arbeiten wird ein Innengerüst benötigt.

Sämtliche Ausstattung (Altäre, Kanzel, Orgel, ...) werden von Restauratoren ge-reinigt, wo nötig gefestigt und aufgefrischt. Die Kirchenbänke werden demontiert, abgelaugt, ausgebessert und neu gebeizt und lackiert.

  

Mangelhafte Gewölbedämmung

Die streifenförmige Verschmutzung der Kirchendecke widerspiegelt die zahlreichen Wärmebrücken über der Gipsdecke. Dabei handelt es sich um die in den 60er Jahren eingebrachten Stahl-Verstärkungen. Diese werden neu vollflächig mit Dämmmaterial überdeckt und die bestehende GewölbeIsolation verstärkt. Anschliessend muss ein neuer Estrich-Bretterboden verlegt werden.

 

Veraltetes Heiz- und Beleuchtungssystem

 Bei der bestehenden Elektro-Sitzbankheizung handelt es sich um Hochtemperatur-Heizkörper, welche bei voller Auslastung bis zu 300°C erreichen. Dadurch werden jegliche Staubpartikel verbrannt und die Russ-Entwicklung mass-geblich gefördert. Dies ist der Hauptgrund für die umfangreiche Verschmutzung des Kirchenraumes. Mit dem Einbau von neuen Niedertemperatur-Strahl-ungsheizrohren und einer optimierten Regulierung wird diese Problematik behoben. Die veraltete Beleuchtung wird durch neue effiziente Beleuchtungs-körper ersetzt.

 

Die vorgesehenen Massnahmen sowie die Vorgehensweise wurden mit der Bauherrschaft und der kantonalen Denkmalpflege eingehend diskutiert. Für eine nachhaltige Schadensbehebung ist eine gesamtheitliche Innen- und Aussen-restaurierung unumgänglich. Nur so besteht die Möglichkeit die Schadens-ursachen zu beheben und die Kosten zu rechtfertigen. Wir sind überzeugt, dass das vorgesehene Restaurierungskonzept eine notwendige und sinnvolle In-vestition für den langfristigen Erhalt der Kirche darstellt.

 

TRIPOL Architekten AG

Daniel Schumacher